"Ich an deiner Stelle"! // Den EIGENEN Weg finden:

EigenerWeg


"Also, ich an deiner Stelle..."! Wie oft habe ich diesen Satz in den letzten Wochen gehört. Ständig wird mir geraten, werden mit Vorschläge offeriert, wie ich dies oder das "noch vieeel" besser machen kann. Nicht, dass es Andere sowieso immer besser wissen, nein, neuerdings bekomme ich auch von fremden Leuten auf der Straße Tipps, wie ich mein Kind denn zu versorgen hätte. An dieser Stelle habe ich bereits darüber geschrieben: Das Arme Kind // Wenn Fremde sich unterwegs einmischen
Wenn die Besserwisser aber aus der eigenen Familie oder dem Bekanntenkreis kommen, wird die Sache etwas komplizierter. Die vorgeschlagenen Empfehlung werden dann auch gerne mal kontrolliert oder es wird am Telefon ständig nachgefragt, ob man den Tipp denn jetzt auch befolge.

Klar, ich schließe mich beim Tipps geben auch nicht aus. Ich bin auch nicht zimperlich, wenn es darum geht, wie man den Kuchen noch knuspriger backen könnte, oder wenn ich finde, dass die Bluse nicht zur Hose passt. Aber bei der Kindererziehung halte ich mich echt zurück. Ich denke mir meinen Teil, wenn ich dennoch gefragt werde, versuche ich mich diplomatisch auszudrücken. Schließlich sind es nicht meine Kinder und die Eltern sind selbst für diese zuständig und müssen die Konsequenzen tragen. Vor allem warte ich mit meiner Meinung darauf, gefragt zu werden.

Trotz allem nehme ich mir diese ungefragten Empfehlungen immer noch sehr zu Herzen. Ich bin anscheinend noch nicht lange genug Mutter, um da gelassen drüber hinweg zu schauen. Man kann mich schnell aus dem Konzept bringen, wenn man anscheinend alles besser weiß.

"Ihr habt dem Kind also antrainiert, nur im Tragetuch zu schlafen? Pähh!"
"Das Kindlein wir von euch aber schon ganz schön verwöhnt!!"
"Wie? Ihr habt noch nicht mit Brei angefangen?
"Sie schläft noch nicht durch? Mein Kind hat in diesem Alter aber schon längst durchgeschlafen."

Mein Mann und ich versuchen unseren eigenen Weg zu gehen. Unserer Tochter soll es gut gehen, wir überschütten sie lieber mit Liebe, als ihr auf hartem Weg den Brei in den Mund zu stopfen. Aber das ist ganz allein unser Weg, wir machen es so gut wir können, und mit einem guten Bauchgefühl. Wir probieren Weg A, B und C und schlagen dann die Richtung ein, die für uns die Beste ist.

Und an all die Einmischer da draußen: Bitte seid vorsichtig mit schnell-in-den-Raum-geworfenen und ungefragten ich-weiß-aber-alles-besser Tipps! Lieber mal ein "Kann ich dir mal von meinen Erfahrungen berichten?" oder ein "Wenn du magst, erzähle ich dir gerne, wie es bei mir gelaufen ist!!!

Herzlich, Eure Milena


1 Kommentar

  1. Es ist schon interessant wie vermeintliche Freundschaften auseinender gehen können, wenn es um die eigenen Kinder geht. Ich treffe mich lieber nicht mehr mit manchen Bekannten, weil sie mir ihre Erfahrungen mit Kindern scheinbar aufdrücken müssen. Warscheinlich nur gut gemeint, dennoch habe ich gerne eigene Erkenntnisse oder hole mir Rat über Anfragen oder Bücher. Wirklich ein aktuelles Thema von Dir, das nicht so oft besprochen wird. Cherio, Annabel

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Maira Gall