Kündigung in der Schwangerschaft // Kämpfen lohnt sich!



Obwohl es in Deutschland rechtlich verboten ist, schwangere Frauen zu entlassen, wurde mir in der Schwangerschaft meine Arbeitsstelle gekündigt. Und gleich vorne weg: Dies geschah nicht, weil es dem Unternehmen schlecht ging, der einzige Grund für die Entlassung war scheinbar meine Schwangerschaft.

Ich möchte hier vorerst nicht erwähnen, bei welchem Betrieb ich neben meiner freiberuflich-künstlerischen Arbeit beschäftigt war, aber es war eine große internationale Firma mit vielen Beschäftigten.
Nachdem ich der Geschäftsleitung vorschriftsmäßig nach Abschluss des dritten Monats von meiner Schwangerschaft berichtet hatte, fühlte ich mich wie in einen Mobbing-Strudel geraten. 
Mir wurden immer schlechtere Arbeitszeiten eingeteilt, ich hatte keine festen Ruhepausen am Tag und die mir zugeteilten Aufgaben wurden immer absurder. Dazu kamen regelmäßig noch recht verletzende Kommentare und Sticheleien von Kollegen, die scheinbar auf meine Stelle heiß waren.

Alles entsprach überhaupt nicht den gesetzlichen Vorgaben, die erfüllt werden müssen, wenn eine schwangere Frau in einem Betrieb arbeitet. Denn jede Firma, die eine schwangere Frau beschäftigt, muss einen speziellen Fragebogen vom Amt für Arbeitsschutz ausfüllen. Darin gibt es Vorgaben für Ruhezeiten, Arbeitszeiten und bestimmte andere Merkmale, die bei der Beschäftigung von Schwangeren eingehalten werden müssen. 

Aus heiterem Himmel heraus bekam ich dann etwa Anfang des fünften Monats eine mündliche Kündigung. Für mich war dies ein riesiger Schock, damit hatte ich trotz der schlechten Stimmung in der Firma einfach nicht gerechnet. 

Ich war völlig fertig mit den Nerven und regte mich über diese Situation sehr auf. Wenige Stunden nach der Kündigung lag ich bei meiner Ärztin mit aufkommenden Wehen in der Praxis. In der 16ten Woche!!! In Tränen aufgelöst erzählte ich ihr von meiner Lage und sie stellte mir daraufhin sofort ein Beschäftigungsverbot aus, wegen drohender Fehlgeburt aufgrund von vorzeitigen Wehen. 

In den folgenden Tagen telefonierte ich oft mit den zuständigen Behörden für Arbeitsschutz und Mutterschutz, informierte mich über meine Rechte und welche Möglichkeiten ich in der Situation habe. Am Ende konnte ich mich nur mit Hilfe meiner Anwältin auf einen Vergleich einigen. 

Ganz persönlich war diese Erfahrung für mich der Super-Schock. Ich hatte mich wohl gefühlt; mit meiner künstlerischen Arbeit und der Teilzeitbeschäftigung dir mir so wichtig war und für die ich mich stark einsetzte. Mitten im Nestbau dann diese Veränderung, die auch in finanzieller Hinsicht einen großen Einschnitt für mich bedeutete. Auch die Überwindung, sich rechtliche Hilfe in Form einer Anwältin zu organisieren und für die eigenen Rechte zu kämpfen, war natürlich nicht einfach. 

Und auch, wenn es in Deutschland nur unter ganz besonderen Umständen erlaubt ist, schwangere Frauen zu entlassen, passiert es im meinem Umfeld tatsächlich doch öfter. Vielleicht warten die Vorgesetzten erst einmal ab, ob man sich wehrt oder überhaupt die Kraft aufbringen will, sich zu wehren.

Ich kann nur allen Frauen in solch einer Situation raten: Kämpft für Euer Recht!! Es lohnt sich!!

Herzlich, Eure Milena


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Maira Gall