Der Verantwortungs-Schock // Spuren im Sand



Nun bin ich schon seit 10 Monaten Mama. Unfassbar, wie die Zeit vergeht, ich kann es kaum fassen. Schon jetzt sage ich so oft, wie groß unsere Kleine doch geworden ist.
In den vergangenen Monaten hat sich unser kleines Baby so rasant entwickelt, dass ich gar nicht mehr mitkomme alles aufzuschreiben. Vom einfach nur daliegen zum Krabbeln, von der Muttermilch zum Franzbrötchen, vom Lächeln zum lauten Lachen. 

Jeder Tag ist neu und anders, jeder Tag bringt unvorhergesehenes mit sich. Jeder Tag ist extrem, im positiven Sinne. Denn obwohl ich schon vielen Kindern bei aufwachsen zusehen konnte, ist beim eigenen Kind alles anders. 

Die letzten Monate waren auch extrem für mich selbst. Mein ganzes Leben hat sich verändert, geändert. Und das, obwohl ich das gar nicht vor hatte. Ich dachte immer, mein Kind läuft so nebenher, das Kind soll sich doch meinem Leben anpassen und nicht anders herum. Und es mag vielleicht auch solche Kinder geben, die einfach so mitlaufen. 

Bei uns ist das anders. Rosalie ist bestimmt kein High-Need oder Schrei-Baby, aber sie fordert viel Aufmerksamkeit, will viel getragen und viel gestillt werden. Das ist nun ganz normal für uns, und ich liebe es. Der Schlafentzug jedoch kratzt ganz schön an mir. Denn Rosalie ist vom Durchschlafen ganz schön weit entfernt. Aber auch das ist normal und nach jeder schlechten Nacht hoffe ich auf eine Bessere. Wäre da nicht immer nur die eine Frage von allen: "Schläft sie schon durch? Nein? Warum nicht?" Zum Thema Schlaf schreibe ich demnächst dann mal noch ausführlich!

Woran ich mich aber noch nicht gewöhnt habe, ist der Verantwortungs-Schock. Die Verantwortung für einen so keinen Menschen zu übernehmen, Tag und Nacht. Zu jeder Zeit immer die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Soll ich nach einem Sturz nun in die Klinik fahren oder reichen die Arnika Globuli aus? Darf ich ihr ein Stückchen von meinem Kuchen geben oder könnte da irgendwas drin sein, worauf sie allergisch reagiert? Kann ich sie auf dem Spielplatz einfach Sand essen lassen?

Ich kann natürlich nicht immer alles perfekt machen, aber jede meiner Entscheidungen muss ich tragen, egal wie es ausgeht. Und diese Tatsache ist meistens auch völlig okay; es geht ja auch nicht ständig um lebenswichtige Entscheidungen. Aber wenn es dann doch mal brenzlig wird, dann muss ich, zittrig wie ich bin, einen klaren Kopf bewahren und die Verantwortung für meine Entscheidung tragen. Gott sei Dank bin ich nicht alleine. Ich habe meinen Partner, meine Familie und die besten Freunde, die man zu jeder Tageszeit anrufen kann, auch um wichtige Entscheidungen zu besprechen.

Herzlich, Eure Milena






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Maira Gall