Papa schafft das schon// Rituale neu erfinden



In unserem Alltag gibt es schon viele Rituale. Wir stehen meist zur selben Uhrzeit auf und machen uns nach einer bestimmten Reihenfolge morgens fertig. Entweder Frühstücken wir gemeinsam hier oder bereiten das Frühstück für die Kita vor. Dann laufen wir in die Kita, mein Mann radelt ins Büro.
An manchen Tagen sind wir gut in der Zeit, an vielen Tagen aber finde ich die Morgenrituale noch etwas stressig und muss mich sehr damit beeilen. Kaffee gibt es für mich meistens erst nach der Kita. 
Zwei mal die Woche bringt mein Mann die Kleine morgens in die Kita. 

Wie auch immer der Tag dann so läuft, essen wir gegen 19 Uhr gemeinsam zu Abend. Nach einem langen Tag mit Arbeit, Hausarbeit, Besorgungen, Verabredungen und Spielen sind wir dann abends alle drei relativ platt. Bisher sah es dann so aus, das ich Rosalie bettfertig gemacht habe, Zähne putzen, waschen und umziehen. Danach noch eine Geschichte vorlesen, singen und beten, in den Schlaf begleiten. 

Diese abendlichen Rituale haben sich mit den Monaten eingespielt, Rosalie war damit glücklich. 
Und dennoch hatte ich das Gefühl, das sich beim ins Bett bringen etwas ändern sollte. Da Rosalie abends noch stillte, habe ich sie das ganze erste Jahr ins Bett gebracht. Doch nachdem sie sich eine Woche vor ihrem ersten Geburtstag von alleine abgestillt hatte, wollte ich auch gerne die Verantwortung ihres Einschlafens hin und wieder abgeben. 
Zuerst hatte ich große bedenken. Denn wir hatten schon einige Male versucht, dass mein Mann sie Abends in den Schlaf begleitet, jedoch hat es nie wirklich einfach geklappt. Rosalie war unzufrieden, wollte einfach nur die Brust. 

Und dann haben wir es einfach nach ihrem Geburtstag noch einmal versucht, nachdem ich sie schon einige Tage ohne abendliches Stillen in Bett gebracht hatte. Und siehe da: Mein Mann brauchte gerade mal 10 Minuten und unsere Kleine schlief tief uns fest und mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen. Ich war so stolz, auf Rosalie und natürlich auch auf meinen Mann. Und mein Mann war so stolz auf sich, endlich konnte er Rosalie auch alleine ins Bett bringen, eine ganz neue Situation für beide, ein ganz neues abendliches Ritual. 

Ich gebe zu, dass ich Rosalie auch wirklich sehr gerne ins Bett bringe. Dabei ihre weichen Haare streichle und ihr leise Schlaflieder vorsinge. Wenn ihre Äuglein dann langsam zufallen und sie tief und entspannt atmet, sich noch ein paar mal dreht bis sie eine kuschelige Position gefunden hat. Das alles ist total putzig und wenn sie schläft, sieht sie noch immer so klein aus wie gerade geboren. 

Aber ich genieße auch die dazu gewonnene Freiheit. Zu wissen, dass die Beiden abends auch ohne mich klar kommen; denn das Einschlafen war das letzt "Nur-Mama-Ding". 

Und ich merke mal wieder wie wichtig Rituale und feste Zeiten sind, daran können wir uns festhalten und wir können uns darauf einstellen und verlassen. 
Aber bei Zeiten kann man diese festen Begebenheiten auch wieder brechen und neue Ideen ausprobieren, herausfinden was gut tut. Und genau daraus entstehen wieder neue Rituale, die sich am Anfang ganz anders anfühlen und mit der Zeit ganz in den Alltag integriert werden. 

Herzlich, Eure Milena












Kommentare

  1. Ja das Leben ändert sich komplett. Es ist gut wenn man Zeit zusammen findet. Ein toller Blog. Viele Grüße, Johannes

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© hellrosagrau
Maira Gall