Der schönste Muttertag mit Kotze, Kacke, Kinderküssen! // Über Erwartungen und Realität



Ich liebe es sehr kleine uns große Feste zu feiern. Alle sind glücklich, zufrieden, haben gute Laune und die Sonne scheint. So male ich es mir zumindest immer aus.

Aber auf den großen Jahresfesten liegen dann auch immer so große Erwartungen. 

Wie an Weihnachten zum Beispiel. Das geht bei uns in jedem Jahr schief, auch wenn am Ende des Tages alle mit einem vollen Bauch zufrieden unter dem Baum liegen, sind die Nachmittagsstunden stressig, die einen wollen in die Kirche die anderen nicht, das Raclette dauert zu lange, die einen wollen vor dem Essen Bescherung machen und die anderen danach. Ach toll, noch ein Schlafanzug! Und warum hat es eigentlich schon wieder nicht geschneit? An Weihnachten muss es doch schneien! 

An Ostern sind die Erwartungen weniger, aber das Wetter sollte schon stimmen. Schließlich sollen die Eier doch draußen im Garten gesucht werden. Und neuerdings gibt es ja auch an Ostern eine große Bescherung für die Kinder. Früher bei uns, gabs nur bunte, hartgekochte Eier und einen Schokohasen. Heute muss der Osterzopf perfekt geflochten sein, die Freunde fröhlich gelaunt beim Osterbrunch geladen werden. Und wehe, die Knospen am Kirschblütenzweige sind noch nich geöffnet!! Mega-Drama. 

Die Erwartungshaltung an Geburtstagen sind natürlich die größten. Als Jubilar sollte man schon angemessen gefeiert werden mit Kuchen/Kerzen/Blumen/Sekt und auch als Gast möchte man Anerkennung für die tolle Idee fürs Geschenk. 

Und auch an Muttertag habe ich von Erwartungen gehört. Die Kinder sollten aber schon was selbstgebasteltes überreichen können. Und etwas selbstgepflücktes. Und etwas selbstgebackenes. 
Und natürlich machen die Kinder morgens das Frühstück für die Mama die endlich ausschlafen darf während die Kinder in der Küche umherflitzen und ein liebevoll dekoriertes Tablett beladen. 

Sind die Kinder noch klein, übernimmt der Papa selbstverständlich alles. 

Mein diesjähriger Muttertag endete mit einem Glas Wein, alleine auf der Couch, zwischen Kotze auf der einen und Kacke auf der anderen Seite. Übermüdet nach einer schlaflosen Nacht, ohne gebasteltes, ohne Kuchen, mit Blumen. Voller Sorge um das kranke Fieberkind, das den ganzen Tag schwitzend auf mir lag.

Und auch wenn keine Erwartungen erfüllt wurden, war es der wunderschönste Tag, an dem meine kleine große Tochter zum erster Mal, sehr müde und krank: "MEINE MAMA" zu mir sagte. 








Keine Kommentare

Kommentar veröffentlichen

© hellrosagrau
Maira Gall